Krankheitsbilder & Therapien

Arthroskopie

Die Spiegelung der Gelenke und insbesondere die des Kniegelenkes hat seit den 80er Jahren die Diagnostik bei Gelenkerkrankungen revolutioniert. Insbesondere in den Vereinigten Staaten weiterentwickelt ist die diagnostische und operative Arthroskopie heute ein Standardverfahren in der Unfall- und orthopädischen Chirurgie. Arthroskopische Operationen werden heute in nahezu allen Gelenken durchgeführt, in der Hauptsache in den Bereichen:

  • Kniegelenk
  • Schultergelenk
  • Sprunggelenk
  • Ellenbogengelenk
  • Handgelenke sowie
  • Hüftgelenke

Bei der Gelenkspiegelung werden frische oder ältere Verletzungen, entzündliche Erkrankungen sowie unklare Gelenkbeschwerden diagnostiziert. Im Anschluss erfolgt ggf. die operative Therapie.  Am häufigsten werden Meniskusverletzungen in Form der Teil- oder Komplettentfernung bzw. der Reinsertion (Annaht) durchgeführt.

Die Arthroskopie dient auch zur Vorinformation bei der Gelenkarthrose. Nach radiologischer Diagnostik der Gelenke sowie Befund der Kernspintomografie, kann die diagnostische Arthroskopie das genaue Ausmaß einer arthrotischen Gelenkveränderung bestimmen und somit die Indikation zur Implantation einer Endoprothese zum Gelenkersatz stellen.

Die diagnostische Arthroskopie ist eine wenig traumatische Untersuchung mit seltenen Komplikationen. Unabhängig davon ist sie ein operativer Eingriff, welcher der Narkose bedarf und einen offenen Eingriff ins Gelenksystem darstellt.

Brüche der Bauchwand (Hernien)
  • Operative Versorgung der Leisten- und Schenkelbrüche durch offene Verfahren mit Naht sowie mit Netz sowie endoskopische Verfahren mit Netzplastik
  • Operative Versorgung von Oberbauch- und Nabelbrüchen
  • Reparation aller Narben- und Wiederholungsbrüche der Leiste sowie der gesamten Bauchdecke mit endoskopischer oder konventioneller Bauchwandrekonstruktion, u.a. mit Netzplastiken.

Leistenbruch

Die moderne Leistenbruchchirurgie kennt folgende Operationsmethoden:

Die klassische Operationsmethode mit einer Naht:  Hier werden nach ihrer Rekonstruktion die Bauchschichten mit einer fortlaufenden Naht vierreihig vernäht. Bei der offenen Operationsmethode wird ein Kunststoffnetz eingebracht, dieses liegt dann auf der Leistenrückwand auf (OP nach Lichtenstein) oder wird hinter die Leistenrückwand gelegt (TIPP).

Die modernen Kunststoffnetze, teilweise mit auflösbarem Fadenmaterial, sind extrem dünn und bilden somit eine kleine Oberfläche aus bleibendem reizlosem Kunststoffmaterial. Sinn der Netzverstärkung ist die Bildung von Fibringewebe als Reaktion auf den Fremdkörper und damit die natürliche Verstärkung mit körpereigenem straffem Bindegewebe.

Eine sinnvolle Ergänzung der oben skizzierten offenen Methoden mit Naht und Netzverstärkung ist die endoskopische Operationsmethode. Hierbei wird das Netzgewebe nicht von außen auf die Muskulatur aufgetragen, sondern von innen unter der Muskulatur befestigt und somit die Tragfähigkeit der Leiste von innen her verstärkt.

Colon-Karzinom (Dickdarmkrebs)

Der Dickdarmkrebs ist eine der häufigsten Krebsarten in den westlichen Industrieländern. In Deutschland erkranken jährlich rund 80.000 Menschen, 30.000 Menschen sterben daran. Im Gegensatz zu anderen Krebserkrankungen kann Darmkrebs jedoch durch Früherkennung rechtzeitig verhindert bzw. geheilt werden. Wird aber der Darmkrebs rechtzeitig erkannt, bestehen bessere Heilungschancen als bei vielen anderen Krebserkrankungen.

Um Krebsvorstufen frühzeitig zu erkennen, eignet sich vor allem die Dickdarmspiegelung. Sie ermöglicht es auch, Vorstufen des Dick- und Enddarm-Krebses zu entfernen. Dem Visceralchirurgen stehen hier vielfältigen Möglichkeiten der Dick- und Enddarmchirurgie zur Verfügung, die im Falle einer Erkrankung zum Einsatz kommen können.

Darmkrebs ist eine stille Krankheit. Wenn man die typischen Symptome wie Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Blut oder Schleim im Stuhl, bemerkt, kann sich der Krebs bereits im fortgeschrittenen Stadium befinden. Fast immer entwickelt sich der Krebs aus zunächst gutartigen Wucherungen, den Polypen oder Adenomen, die bei sehr vielen Menschen vorkommen und über eine Zeitspanne von vier bis zehn Jahren zum bösartigen Karzinom entarten. Sie können auch okkult, das heißt unmerklich, bluten. Zwar können Beschwerden in Form von unregelmäßigem Stuhlgang, Bauch­schmerzen, Gewichtsabnahme oder Blutauflagerungen im Stuhl bestehen, häufig verläuft der Dickdarmkrebs jedoch auch völlig ohne Symptome! Daher ist die Früherkennung so extrem wichtig.

Das von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlte Früherkennungsprogramm für Darmkrebs beginnt mit dem 50. Lebensjahr. Es besteht aus einem jährlichen Test auf verstecktes Blut im Stuhl (Okkult Bluttest) in Verbindung mit einer Tastuntersuchung des Enddarms. Ab dem 55. Lebensjahr übernehmen die Kassen alternativ dazu eine Darmspiegelung (Koloskopie) als Vorsorgeuntersuchung. Wenn ein Familienangehöriger bereits an Darmkrebs erkrankt ist, sollte die Vorsorge ggf. früher begonnen werden. Leider nutzen nur etwa 15 Prozent der Männer und 27 Prozent der Frauen überhaupt die sehr einfach durchzuführende jährliche Stuhlbluttestung. Eine Vorsorgekoloskopie wird nur bei 2,4 Prozent der Frauen und bei 2,0 Prozent bei den Männern durchgeführt. Durchschnittlich bei jedem Dritten werden Adenome diagnostiziert, sog. Krebsvorstufen, die bei der Untersuchung sofort entfernt werden können. Von der Untersuchung an sich spüren die Patienten dank hochflexibler, biegsamer Untersuchungsinstrumente und besserer Medikamente kaum noch etwas. Mit der Kombination aus Stuhlbluttest und Koloskopie kann die Krebstodesrate um bis zu 90 Prozent gesenkt werden! Die Chancen auf Früherkennung stehen also gerade beim Darmkrebs sehr gut.

Divertikelkrankheit

Ausgang der Divertikelkrankheit bildet die Divertikulose. Als Divertikulose bezeichnen wir Schleimhautausstülpungen des Dickdarmes, welche wahrscheinlich von Geburt angelegt sind. Diese Divertikel entstehen unter der Wirkung der peristaltischen Darmbewegungen und der Rückbildung der Darmwandmuskulatur. Insbesondere bei älteren Menschen wird die Divertikulose häufig diagnostiziert, jedoch kann sie auch junge Menschen befallen. Die akute Behandlung der Divertikulitis reicht von der konservativen Therapie mit Infusion und Diäten bis zur sofortigen operativen Therapie.

Gallensteinleiden

Die häufigste Ursache von Gallenbeschwerden sind Gallensteine. Gallensteine bestehen zumeist aus Cholesterin und Bilirubin. Meist entstehen sie durch ein Ungleichgewicht der chemischen Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit. Neben Übergewicht sind hormonelle Faktoren, die Zuckerkrankheit, Fettstoffwechselstörungen und Entzündungen des Dünndarmes, wie z.B. Morbus Crohn, an der Entstehung beteiligt.
Die Symptome des Gallensteinleidens bestehen in kurzzeitigen oder lang anhaltenden Schmerzen im rechten Oberbauch sowie krampfartigen kolikartigen Beschwerden, meist in den Rücken oder in die Schulter ausstrahlend. Es gibt keine Korrelation zwischen der Stärke der Beschwerden und der Steingröße: Auch winzige Steine können schwerste Koliken verursachen, demgegenüber sind fortgeschrittene Steinleiden mit großen Solitärsteinen oft symptomlos.
Wenn Gallensteine symptomatisch werden, d.h. wenn Koliken und Schmerzen des Oberbauches sehr häufig auftreten, besteht Anlass zur operativen Gallensteinentfernung. Die Entfernung der Gallenblase (Cholecystektomie) wird heute als Standardeingriff minimal invasiv, d.h. durch Laparoskopie durchgeführt.
Aufgrund der minimal-invasiven laparoskopischen Methodik sind nur noch wenige Tage Krankenhausaufenthalt notwendig.