Diabetologischen Schwerpunktpraxis

Leistungsspektrum

Betreuung von PatientInnen mit Typ 1, 2, 3 und 4 Diabetes (DMP-Programm)

Betreuung der PatientInnen im Rahmen des hierfür vom Gesetzgeber vorgesehenen Disease Management Programm (DMP). Ein DMP ist ein zentral organisiertes Behandlungsprogramm für chronisch kranke Menschen. Es stützt sich auf die Erkenntnisse der evidenzbasierten Medizin. Im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) werden diese Programme auch als strukturierte Behandlungsprogramme oder Chronikerprogramme bezeichnet. Das Konzept stammt ursprünglich aus den USA.

Mit Hilfe von Disease-Management-Programmen sollen:

  • PatientInnen, die unter chronischen Krankheiten leiden, durch eine gut abgestimmte, kontinuierliche Betreuung und Behandlung vor Folgeerkrankungen bewahrt werden;
  • Haus- und Fachärzte sowie Krankenhäuser, Apotheken und Reha-Einrichtungen koordiniert zusammenarbeiten;
  • die Therapieschritte nach wissenschaftlich gesichertem medizinischen Wissensstand aufeinander abgestimmt sein; mittel- bis langfristig die Leistungsausgaben der Krankenkassen gesenkt werden.

Praktisch für PatientInnen bedeutet die Teilnahme am DMP Diabetes (Typ 1 und 2):

  • Erinnerung an die vierteljährliche oder halbjährliche Kontrolluntersuchung
  • Unterstützung beim Erreichen der individuellen Therapieziele
  • Keine zusätzlichen Kosten für die PatientInnen

Damit überwiegen die Vorteile für die PatientInnen und wir fördern daher die Einschreibung der DiabetespatientInnen in das DMP Programm.

Auch PatientInnen, die bereits beim Hausarzt in das DMP Programm eingeschrieben sind, werden hier selbstverständlich fachlich mit betreut.

Schulungsprogramme für DiabetespatientInnen

Wir schulen PatientInnen mit Diabetes im Rahmen zertifizierter ambulanter Schulungsprogramme. Die Schulungstermine für das laufende Jahr können Sie direkt in der Praxis oder per E-Mail erfragen (diabetesberatung@mvz-hadamar.de ; Tel.: 06433.87 68 20).

Voraussetzung für die Schulungsteilnahme ist eine rechtzeitige Anmeldung sowie die Planung der vollständigen Teilnahme an den Kursen. Zu bestimmten Kursinhalten ( z. B. Ernährung) können nach Absprache auch gerne Angehörige mitkommen.

Eine erneute Schulung ist empfehlenswert, wenn die Therapieziele nicht erreicht werden können oder die letzte Schulung mehr als drei Jahre zurückliegt.

Oraler Glukose Toleranz Test (OGTT)

Laut der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG) soll der Test morgens am zuvor zehn Stunden nüchternen Patienten durchgeführt werden, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten, müssen sich die PatientInnen an den drei vorangegangenen Tagen mit mindestens 150g Kohlenhydraten pro Tag bzw. wie bisher ernährt haben (keine Diätversuchen, um ein günstigeres Ergebnis zu erhalten!). Zudem darf keine fieberhafte Erkrankung vorliegen und bei Patientinnen muss ein dreitägiger Abstand vor und nach der Menstruation eingehalten werden. Während des Tests darf der Patient nicht essen, nicht trinken, nicht rauchen und auch nicht körperlich aktiv sein.

Handelsübliche Messgeräte zur Blutzuckerselbstkontrolle sind aufgrund der zulässigen Schwankungsbreite der Messergebnisse (bis zu 15 Prozent) nicht für die Diagnostik zugelassen.

Der Ablauf der Messung sieht folgendermaßen aus:

  • 0 min: Blutentnahme zur Nüchternglukose-Bestimmung (venöses Plasma)
  • Anschließend Einnahme einer definierten Menge Glukose (75g; bei Kindern 1,5g pro Kg Körpergewicht), die in 250-300ml Wasser gelöst wurden. Die Flüssigkeit muss innerhalb von fünf Minuten getrunken werden.
  • mehrfache Blutentnahme zur Glukosebestimmung (Kapillarblut oder venöses Plasma) nach 60 Minuten und 120 Minuten, bei erweitertem Test nach jeweils 60 Minuten oder bei Beschwerden.

Zur BZ Messung sind im Rahmen des OGTT keine normalen BZ-Messgeräte zugelassen. Daher erfolgt die BZ-Bestimmung nach venöser Blutentnahme mit einem speziell hierfür geeigneten genau messenden Gerät.

Therapieformen (OAD, BOT, SIT, ICT und CSII)

Wir betreuen PatientInnen mit allen beim Diabetes verordneten Therapieformen (OAD, BOT, SIT, ICT und CSII):

  • OAD: reine antidiabetische Tablettentherapie (orale antidiabetische Therapie)
  • BOT: basal unterstütze orale Therapie
  • SIT: supplementäre Insulin Therapie (Insulininjektion anhand eines individuellen Insulinplans)
  • ICT: intensivierte Insulintherapie (individuelle Anpassung der Insulindosis an die Mahlzeiten)
  • CSII: kontinuierliche subcutane Insulin Injektion (Insulinpumpentherapie: hierbei erfolgt die Insulinabgabe über eine Insulinpumpe) Im Wesentlichen betreuen wir Patientinnen mit Insulinpumpen folgender Firmen: Medtronic (Paradigm, Minimed Veo, ...), Roche (AccuCheck Combo), Ypsomed (OmniPod®)